Old man yelling at clouds – WP und die technische Schuld

Je Verantwortung, desto unbeweglich

Ein Patch von mir zu einem WordPress-Bug ist mittlerweile mehr als 1 Jahr alt. Er ist getestet, behebt den Fehler und wird trotzdem nicht in den Core eingebracht – das demotiviert. So sehr, dass ich mich Frage, ob meine Lebenszeit nicht woanders besser aufgehoben ist.

Sehr viele Entwickler wollen was am Core machen, wollen was bewegen, sehen Verbesserungspotential und werden bewusst ausgebremst. Denn WordPress trägt einen selbsternannten Teil von 25% des Internets. Da kannste nicht mal eben so die Innereien verdrehen. Das macht dir tausende Themes bzw. Plugins kaputt und somit auch Millionen von Webseiten.

Doch es ist nicht die große Verantwortung, die einen Träge macht. PHP hat diese Verantwortung auch, sogar noch viel mehr und die schaffen, was viele sich bei WP wünschen. Auch Symfony sagt irgendwann: “Die Version ist alt, die Supporten wir nimmer!”. Diese Großen haben schon in jungen Jahren erkannt, wie wichtig es ist die technische Schuld loszuwerden. Und als Entwickler haben wir uns daran gewöhnt, dass wir dem hinterher sein müssen. WordPress hat dies nicht getan und es dementsprechend schwer jetzt dieses Versprechen über Bord zu werfen – verständlich.

WordPress wird cool … irgendwann …

… und wer nicht warten kann, der kann umsatteln. Das ist immer mein Rat an Leute, die sich darüber aufregen, dass WP kein PSR4 mitmacht, nicht per Composer und anderen Kram bedienbar ist oder Dinge nicht modern genug angeht. Tickets dafür, dass zu ändern, gibt es genug. Sogar das PHP 5.2 gedroppt wird.

Bis diese Sachen umgesetzt werden, vergehen allerdings noch einige Jahre. Dem muss ein Refactoring vorangehen, Community getrieben, von Freiwilligen. Wie viel Manpower ist das wohl?

Ich will kein Unmut streuen oder demotivieren. Wir arbeiten alle an einem tollen System, steuern dazu bei, dass es besser wird und üben fleißig Druck aus. Wer den Druck nicht mehr aushält, der sollte sich vielleicht einmal October CMS ansehen 😉

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